NEOS Liesing: Wir müssen den öffentlichen Verkehr im Bezirk von Grund auf neu bauen

Wien (OTS) – In keinem anderen Bezirk in Wien ist man so sehr auf das Auto angewiesen wie in Liesing: 57 Prozent der Wege werden mit dem PKW zurückgelegt. Zum Vergleich: In der Donaustadt und in Floridsdorf werden 38 Prozent mit dem Auto bestritten. „Diplomatisch ausgedrückt kann man das öffentliche Verkehrsnetz in Liesing ‚historisch gewachsen‘ nennen. Tatsächlich ist es ineffizient, kompliziert, benutzerunfreundlich und lückenhaft. Das öffentliche Netz in Liesing braucht einen Neustart“, stellt NEOS Wien Verkehrssprecherin Bettina Emmerling fest. Das Problem: Die hochrangigen Verbindungen, also Schnellbahn, U6, Badner Bahn und die Straßenbahnlinie 60, sind allesamt radiale Verbindungen ins Zentrum, Querverbindungen fehlen. Es gibt kaum Radwege und die vorhandenen sind ein unzureichendes Flickwerk. Dazu kommt eine rege Bautätigkeit an allen Ecken und Enden des Bezirks. Die Bevölkerung wächst also stetig weiter, während die Infrastruktur schon jetzt hinterher hinkt. „Die Verkehrssituation in Liesing ist dramatisch und bedeutet vor allem eines: Die Bevölkerung hat keine Wahl, sie ist auf das Auto angewiesen. Alle Parteien sind sich einig, dass hier etwas geschehen muss. Doch alle bisherigen Versuche, einzelne Linien durch neue Streckenführungen zu verbessern, sind gescheitert“, berichtet Christoph Pramhofer, Klubvorsitzender von NEOS Liesing. Die NEOS-Bezirksvertreter wollen die Verkehrsmisere endlich beenden und haben ein Konzept vorgestellt, das die öffentlichen Verbindungen auf neue Beine stellt. „Denn auch ein Schnellbus, den wir mit ÖVP und FPÖ immer gefordert haben und gegen den sich SPÖ und Wiener Linien wehren, wird das zugrunde liegende Problem nicht lösten“, betont Pramhofer. Bauingenieur Stephan Steinbach, der das Konzept entwickelt hat, erklärt: „Um die Versorgung zu verbessern, muss an mehreren Hebeln gleichzeitig angesetzt werden: Es braucht eine bessere Abdeckung aller Gebiete, die Geschwindigkeit muss erhöht werden und das Umsteigen zwischen den Linien sollte durch gezielte Setzung von Knotenpunkten, an dem sich mehrere Linien treffen, erleichtert werden. Außerdem muss dafür gesorgt werden, dass Störungen auf einzelnen Linien leichter durch anderen Linien ausgeglichen werden können. Wenn wir das alles erreichen wollen und gleichzeitig nicht die Gesamtkosten in die Höhe treiben wollen, müssen wir das Netz völlig neu denken.“ Im NEOS-Vorschlag werden praktisch alle bisherigen Stationen erhalten, es kommen sogar etwa 20 bis 30 Stationen dazu – und das bei gleichem Mitteleinsatz. Das ist möglich, weil die Busrouten begradigt und Umwege gestrichen werden, dafür gibt es Umsteigeknoten und klare Ost-West-Verbindungen. Ein zusätzlicher Schnellbus ist nicht mehr notwendig, weil die Durchschnittsgeschwindigkeit im Netz insgesamt steigt. Die bestehenden hochrangigen Verbindungen stricken mit Querverbindungen ein dichtes Netz. Umbaumaßnahmen müssen vor allem dafür unternommen werden, um das Umsteigen leichter und attraktiver zu machen: „Umsteigen ist im aktuellen System enorm unpopulär, weil Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen und der Fußweg zur nächsten Linie oft lang ist“, erklärt Steinbach. Die geplanten Umsteigeknoten erleichtern das Wechseln von einer Linie auf die andere. Zwtl.: Oppositionsparteien ziehen an einem Strang „Unser umfassendes Konzept erfordert sicherlich viel Mut seitens der Stadt und der Wiener Linien, aber die Erfahrungen aus anderen Städten sprechen dafür. Der Bezirksvorsteher will nichts unternehmen, aber NEOS wird einmal mehr als Tempomacher agieren. Auch hier stellen wir die Sacharbeit zu einzelnen Themen in den Vordergrund und arbeiten dazu bereits seit längerem eng mit den Klubs der FPÖ und ÖVP im Bezirk zusammen. Hier ziehen alle Oppositionsparteien an einem Strang, denn es wird eine große Herausforderung, sowohl die Stadtregierung als auch die Wiener Linien zu überzeugen“, stellt Pramhofer fest. Als nächsten Schritt möchten NEOS die Liesinger_innen umfassend einbinden. „Wir wollen unser Konzept der Bevölkerung näherbringen und ihre Anregungen, Fragen und Bedenken einholen. Denn eines ist klar: Eine so gravierende Veränderung kann nicht ohne die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger umgesetzt werden“, schließt Pramhofer.

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