Nur 14 Prozent leihen Ski und Snowboard
Wien – Mit 86 Prozent verwendet der Großteil der österreichischen Skifahrer und Snowboarder die eigene Ausrüstung. „Die restlichen 14 Prozent leihen sich Ski und Snowboard aus, weil sie entweder unregelmäßig Wintersport betreiben oder die Vorteile des Ausleihens in niedrigeren Kosten oder guter Qualität durch servicierte Sportgeräte erkennen„, fasst ÖAMTC-Touristikerin Maria Renner das Ergebnis einer ÖAMTC-Erhebung zusammen.
Im Rahmen dieser Umfrage wurden 1.000 aktive Wintersportler nach Aspekten wie Reiseziel, Mobilität, Ausrüstung und Versicherung im Winterurlaub mittels Online-Tool vom Meinungsforschungsinstitut market befragt. „In den westlichen Bundesländern vertrauen sogar 93 Prozent einer eigens gekauften und gewarteten Ausrüstung„, so Renner.
Großer Wert wird auf bequeme Anreise und kurze Wege beim Wintersport gelegt
Bei der Anreise zum Wintersportgebiet nutzen 91 Prozent der Befragten das Auto. Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen stechen hier die 40- bis 59-Jährigen hervor: Von ihnen reisen sogar 97 Prozent mit dem Auto an. Für die Fahrt von der jeweiligen Unterkunft zur Skipiste gestaltet sich die Verteilung allerdings anders: Hier setzt sich lediglich ein Viertel der Befragten ins Auto, ein weiteres Viertel steigt in den Shuttlebus. Unter den jüngeren Winterurlaubern (bis 29 Jahre) nutzen sogar 40 Prozent den Shuttle. Die Mehrheit der Wintersportler wohnt direkt im Skigebiet und legt die Wege zu Fuß zurück.
Salzburg und Steiermark beliebte Reiseziele für Wintersportler
„Maximales Pistenvergnügen versprechen sich die Österreicher durch eine Reise nach Salzburg und Steiermark – unabhängig von der Aufenthaltsdauer„, zieht ÖAMTC-Expertin Renner hinsichtlich beliebter Destinationen in Österreich Bilanz. Wer mit Übernachtung bucht, fährt auch gern nach Tirol und Kärnten, wer hingegen nur einen Tagesausflug unternimmt, den zieht es neben Tirol auch nach Niederösterreich.
Oberösterreich und Vorarlberg liegen auf den hinteren Plätzen der Beliebtheitsskala. „Der Anteil derjenigen, die zum Skifahren und Snowboarden ins Ausland fahren, ist sehr gering. Österreich ist nach wie vor ein attraktiver Anlaufpunkt für schneebegeisterte Sportler„, betont Renner. „54 Prozent der Österreicher ab 15 Jahren betreiben aktiv Wintersport und planen in der Saison 2013/2014 einen entsprechenden Urlaub bzw. Tagesausflüge.“
ÖAMTC-Umfrage: Skilust statt Skifrust – Helmtragen ist in
Sozialversicherungsträger übernehmen keine Bergekosten nach Wintersportunfällen
Beinahe jeden Tag kann man in Österreichs Zeitungen im Winter Berichte über Skiunfälle lesen. „Alleine im vergangenen Jahr mussten die Christophorus Notarzthubschrauber zu über 1.200 Einsätzen nach Pistenunfällen abheben„, berichtet Reinhard Kraxner, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung. Glücklicherweise verlaufen die meisten Stürze harmlos.
Dennoch mussten 1.021 Skifahrer, 111 Snowboarder, 68 Skitourengeher und acht Langläufer im Winter 2012/2013 durch einen ÖAMTC-Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Dass meist nicht mehr passiert, ist dem großen Sicherheitsbewusstsein der Österreicher zu verdanken.
Eine kürzlich vom Meinungsforschungsinstitut market im Auftrag des ÖAMTC durchgeführte Online-Umfrage hat klar aufgezeigt, dass sich der Trend zum Helmtragen zunehmend durchsetzt. „Die Zeiten, in denen Skihelme nur etwas für Kinder und Sicherheitsfreaks waren, sind definitiv vorbei„, stellt Kraxner fest. 69 Prozent der Befragten gaben an, beim Skifahren einen Helm zu tragen.
Bei Eltern und jenen, die sich beim Wintersport schon einmal verletzt haben, liegt die Helmtragequote sogar noch höher. „Ein Helm kann aber nur dann ein schweres oder offenes Schädel-Hirn-Trauma verhindern, wenn er geschlossen getragen wird„, erklärt ÖAMTC-Flugrettungssanitäter Gerhard Grassmann, der schon bei unzähligen Pistenunfällen im Einsatz war.
Aber auch Rückenprotektoren (zehn Prozent) und Handgelenkschutz (acht Prozent) kommen vermehrt als Schutzausrüstung zum Einsatz. „Helme und Protektoren schützen nicht automatisch vor schweren Verletzungen, sie können aber die Schwere etwas abmildern„, ergänzt Grassmann. „Das Risiko von Kniegelenksverletzungen wiederum senkt man durch richtig gewartete und eingestellte Bindungen.“
Ein großes Informationsdefizit besteht allerdings noch hinsichtlich der Bergekosten nach einem Wintersportunfall. „Rund ein Drittel der Befragten glaubt, dass die Bergekosten durch die Sozialversicherungsträger übernommen werden„, zitiert der Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung aus der Umfrage.
Das genaue Gegenteil ist jedoch der Fall. Denn bei Sport- und Freizeitunfällen im alpinen Bereich müssen die Flugrettungsbetreiber direkt an die Patienten verrechnen – so schreiben es die Satzungen der Krankenkassen vor. „Das Kostenrisiko für den Einzelnen ist jedoch gering„, stellt Kraxner fest. „Über 90 Prozent aller geflogenen Patienten sind in irgendeiner Form dafür versichert – viele von ihnen sogar ohne es zu wissen.“
Alleine mit dem ÖAMTC-Schutzbrief ist die Hubschrauberbergung für nahezu drei Millionen Österreicher gedeckt. „Gerade vor Beginn eines Skiurlaubes ist es dennoch wichtig zu überprüfen, ob die Versicherungsprämien bezahlt sind. Bei Kreditkarten mit Versicherungsschutz sollten auf jeden Fall die Geschäftsbedingungen genau auf Übernahme von Bergekosten hin überprüft werden„, rät Kraxner abschließend.
Quelle: ÖAMTC
